im South Hill Park Bracknell (GB) vom 01. 12. 2007 - 20. 01. 2008



Dass man sich auch außerhalb Deutschlands mit der unrühmlichen Geschichte der DDR beschäftigt, ist nichts Neues. Neu ist, dass ein internationales künstlerisches Team mit Unterstützung britischer und deutscher Geldgeber im Land Thüringen das für eine ostdeutsche Stadt typische, insbesondere private Wohnräume umfassende Netzwerk geheimer "Trefforte" des Staatssicherheitsdienstes thematisiert.
Dass dieses gelingen konnte, ist Ergebnis einer bislang einmaligen Zusammenarbeit von in Großbritannien und Deutschland beheimateten Künstlern, ehemals betroffenen Einwohnern der Stadt Erfurt, Sozialwissenschaftlern der Universität Jena und der Landesbeauftragten des Freistaats Thüringen für Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.
Fast 500 vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR genutzte konspirative Wohnungen, überwiegend wöchentlich stundenweise Führungsoffizieren von regimetreuen Bürgern zur Verfügung gestellte Privaträume, gab es allein 1980-1989 in Erfurt. Beispielhaft für jede andere Stadt der DDR wurden diese seit dem Wiederauffinden der im Original vernichteten Kartei identifiziert und lokalisiert.

